10 August 2010

Globale Datenerwärmung! Bei extremem Sommerwetter verzeichnet Kroll Ontrack mehr Datenrettungsanfragen

Böblingen, 10. August 2010. Die Nachfrage für Datenrettungs-Services steigt während der Sommermonate an, meldet Kroll Ontrack, führender Anbieter von Services und Software in den Bereichen Datenrettung, Datenlöschung, Datenkonvertierung und Computer Forensik. In den Jahren 2007 bis 2009 verzeichneten die Datenrettungsingenieure von Kroll Ontrack weltweit einen Anstieg der Anfragen vom zweiten zum dritten Quartal um durchschnittlich zwölf Prozent. Dies bestätigt über drei Jahre kontinuierlich den jahreszeitlichen Effekt auf Datenverlust in den Monaten Juni, Juli und August. Davon sind Unternehmen und Privatanwender gleichermaßen betroffen. Auch bei den erteilten Aufträgen macht sich das bemerkbar: Die Datenrettungsaufträge stiegen im dritten Quartal 2007 im Vergleich zum Vorquartal um 13 Prozent beziehungsweise in 2008 um 8 Prozent. Die Steigerung der Auftragszahlen für Juli, August und September 2009 lag sogar bei 14 Prozent.

Auch das Jahr 2010 bestätigt den Trend. Die weltweiten Durchschnittstemperaturen von Januar bis Juni 2010 waren die wärmsten seit den Aufzeichnungen von 1880, wie die National Oceanic and Atmospheric Association (NOAA) berichtet. Das wärmere Wetter führt auch in Deutschland in Kombination mit Sommergewittern und größeren Wetterkatastrophen häufiger zu Datenverlust. So lagen die Temperaturen des Monats Juli um 3,4 Grad über dem Durchschnitt mit dem entsprechenden Unwetteraufkommen – so der Wetterdienst Meteomedia.

„Auch wenn es jederzeit zu Datenverlust kommen kann, beobachten wir eine eindeutige Zunahme der Nachfrage für Datenrettungs-Services vom zweiten zum dritten Quartal. Dies entspricht genau dem Beginn der Sommersaison und damit auch der schweren Unwetter“, erklärt Peter Böhret, Managing Director bei Kroll Ontrack. „Auch in diesem Jahr verzeichnen wir einen Anstieg der Anfragen und der erteilten Aufträge. Dies mag zum Teil auch auf eine Erholung der Wirtschaft zurückzuführen sein. Doch auch wenn nun eventuell mehr Unternehmen wieder Geld für Datenrettung haben: Der Trend der witterungsbedingten Ausfälle bestätigt sich weiter.“

Die Gründe für den saisonalen Anstieg von Datenverlust sind vielfältig: Dies reicht von wartungsbedingten IT-Problemen und Unterbrechungen – etwa durch urlaubsbedingte Personalengpässe - bis hin zu Unwettern mit Überschwemmungen und schweren Stürmen. Stromausfälle werden oft auch selber durch den intensiveren Stromverbrauch durch Klimaanlagen oder Kühlungssysteme verursacht. So erhielten die Experten von Kroll Ontrack zum Beispiel kürzlich mehrere Server von einem Kunden, dessen Rechenzentrum durch Hochwasser beschädigt wurde. Dutzende von Servern und Festplatten waren betroffen. Besonders dringlich war dieses Problem, weil das Unternehmen hunderte von virtuellen Server-Maschinen betrieb, so dass die Informationen tausender von Kunden betroffen waren.  Allerdings gibt es einige einfache Schritte, die Unternehmen und Privatanwender befolgen können, um Szenarien wie diese zu vermeiden. Damit lässt sich das Risiko eines Datenverlusts aufgrund extremer sommerlicher Wetterereignisse reduzieren.

Für professionelle Anwender:

  • Klimaregulierung: Extreme Hitze kann zu einem vorzeitigen Ausfall von Festplatten führen. In Trockenperioden kann die Kombination von niedriger Luftfeuchtigkeit und Staub Probleme durch statische Elektrizität in den elektrischen Komponenten hervorrufen. Überwachungssysteme für Temperatur und Feuchtigkeit sollten daher den jeweiligen Wetterbedingungen angepasst werden.
  • Ressourcenplanung: Die Kontinuität von IT-Prozessen und -Systemen muss durch adäquates Training aller IT-Administratoren gewährleistet sein. Gerade in Ferienzeiten sollten auch personell Backup-Ressourcen eingeplant werden.
  • Datensicherung: Backups sind regelmäßig und häufig durchzuführen. Backup-Medien sollten unbedingt auch extern gelagert werden.
  • Upload: Ein Daten-Upload in die Cloud ist eine weitere Alternative für eine externe Lagerung von Daten – sofern man einen professionellen Anbieter auswählt, der Datensicherheit, Datenverfügbarkeit und Datenschutz garantiert.

Für Privatanwender:

  • Überspannungsschutz: Ein solches Gerät sollte in jedem Haushalt stehen. Desktop-PC oder Notebook sollten während eines Gewitters vom Netz genommen werden. Das vermeidet Stromausfälle oder Überspannungen nach Blitzschlag.
  • Datensicherung: Einmal im Monat mindestens sind Daten zu sichern.
  • Zwischenspeicher USB: Für private Anwender ist ein USB-Speicher ein sehr geeignetes und kostengünstiges Medium zur Datensicherung für wichtige Dateien und Informationen.
  • Netzstecker ziehen: Desktop-PC oder ein zuhause bleibendes Notebook sollten beim Verreisen von der Steckdose gezogen werden.
  • Lagerung: Festplatten sollten nicht am Boden gelagert werden. Eine kühle und trockene Umgebung hilft, Überhitzung oder Wasserschäden infolge einer Überschwemmung zu vermeiden.