11 Juni 2014

Nach dem HDD-Crash ins Daten-Jenseits

Kroll Ontrack zeigt in neuer Umfrage die Ursachen für Datenverluste und die Auswirkungen auf Privat- und Geschäftsnutzer auf

Kroll Ontrack, Experte für Datenrettung und E-Discovery, hat heute die Ergebnisse einer neuen globalen Studie zum Thema Datenverlust veröffentlicht. Unter den 1.066 Befragten aus zehn Ländern war der HDD-Crash die häufigste Ursache für den Verlust wichtiger Daten. Insgesamt 72 Prozent der Datenverluste konnten auf defekte Festplatten zurückgeführt werden, während SSDs in 15 Prozent der Fälle und RAID bzw. virtuelle Dienste in immer noch 13 Prozent verantwortlich waren. Dies zeigt, dass jede Speicherart für Datenverluste anfällig ist, egal ob sie nun für den Endverbraucher oder den Unternehmenseinsatz gedacht ist.

„Obwohl die Auslieferung von HDD-Festplatten sinkt, werden sie aktuell immer noch drei Mal häufiger verschickt als SSDs“, so Holger Engelland, Leiter der Datenrettungslabore von Kroll Ontrack Deutschland. „HDDs werden einfach deswegen häufiger eingesetzt, weil sie kostengünstig sind und sich seit Jahrzehnten im Einsatz bewährt haben. Allerdings führt dies auch dazu, dass die meisten Datenverluste, die unsere Labore erreichen, traditionelle Festplatten betreffen.“

Technische Defekte sind bei einem Großteil der befragten Studienteilnehmer (66 Prozent) Hauptursache für Datenverlust. 2010 war dies gerade einmal bei 29 Prozent der Befragten der Fall. Im Gegensatz dazu ist die Zahl der Datenverluste, die auf menschliches Versagen zurückzuführen waren, im Vergleich zu 2010 (27 Prozent) um fast die Hälfte gefallen (2014: 14 Prozent). Software-Fehler waren nur in sechs Prozent der Fälle ursächlich für einen Datenverlust.

Betrachtet man die einzelnen Teilbereiche der Umfrage, sind Festplattendefekte bei Notebooks und Desktop-PCs sowohl im geschäftlichen (71 Prozent) als auch privaten (72 Prozent) Umfeld die häufigste Ursache für den Verlust wichtiger Daten, während Geräte mit SSDs (also beispielsweise Tablets oder Ultrabooks) mit 18 Prozent bei Privatanwendern bzw. 10 Prozent bei Unternehmensanwendern für Datenverluste verantwortlich sind.

Engelland ergänzt: „Datenspeicher können beschädigt werden, egal welcher Art sie sind. Es ist nur die Frage, wann es zu einem Defekt kommt. Diese Erkenntnis ist in Verbindung mit der Tatsache, dass HDD-Festplatten immer noch die am häufigsten eingesetzten Massenspeicher sind, die Ursache dafür, dass HDD-Crashes die Hauptursache für Datenverluste sind. Um einem Festplattendefekt vorzubeugen, sollten Anwender daher regelmäßig ihren Computer defragmentieren, die Laufwerkskapazität überprüfen und Antiviren- und Festplatten-Monitoring-Software nutzen. Außerdem sollten funktionierende Backup- bzw. Austauschlaufwerke vorhanden sein, egal ob nun bei Privat- oder Geschäftsanwendern. Unternehmen sollten darüber hinaus einen Notfallplan haben, der stets auf dem Laufenden gehalten wird.“

Gerade für Unternehmen kann ein Datenverlust unschöne Folgen haben. So gaben 27 Prozent der Befragten an, dass ihr jüngster Datenverlust einen Geschäftsprozess gestört hatte, also beispielsweise sie oder ihre Firma an einem Geschäftsabschluss gehindert hatte.

Zusätzlich gaben 15 Prozent an, private Daten von einem Geschäftscomputer verloren zu haben, während sieben Prozent geschäftliche Daten von Privatrechnern verloren hatten. „Dies zeigt, dass, je weiter sich die Datenspeicher entwickeln, auch die Zahl der Speicherorte steigt“, so Peter Böhret, Managing Director, Kroll Ontrack Deutschland. „Geschäftskritische Daten sind also nicht nur auf geschäftlichen Laufwerken in Gefahr, sondern auch auf privaten. Nachdem Daten für unser geschäftliches und privates Leben die Grundlage sind, haben wir uns seit 1985 der Datenrettung verschrieben. Egal ob nun Geschäfts- oder Privatkunde, wir geben stets unser Bestes und entwickeln unsere Datenrettungslösungen laufend weiter, um selbst bei den neuesten Laufwerken eine Datenrettung durchführen zu können.“

Die Umfrage wurde unter 1.066 Datenrettungskunden durchgeführt, aus zehn Ländern in Nordamerika, Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum. 48 Prozent der Befragten waren Unternehmenskunden, 32 Prozent Privatleute, 13 Prozent waren Partner von Kroll Ontrack und 3 Prozent waren Regierungsbehörden.