2 Februar 2012

Kroll Ontrack Studie: Disaster Recovery-Planung für virtuelle Systeme noch lückenhaft

Deutsche Unternehmen unterschätzen die Risiken virtueller Systeme

Böblingen, 1. Februar 2012. Unternehmen in Deutschland unterschätzen das Risiko für einen Datenverlust in virtuellen Infrastrukturen und sind darauf nicht ausreichend vorbereitet. Das geht aus einer aktuellen Studie von Kroll Ontrack, Spezialist für Datenrettung und Datenmanagement, hervor. Demnach hat nur ein Viertel der Unternehmen (25 Prozent), die Virtualisierung einsetzen, im letzten Jahr keine Daten verloren. Insgesamt 72 Prozent der Befragten berichten von mindestens einem Datenverlust pro Jahr, bei 13 Prozent waren es sogar mehr als 20 Datenverluste jährlich. Trotzdem ist Datenrettung nur bei gut der Hälfte der Unternehmen (54 Prozent) Teil der IT-Services oder des Disaster-Recovery-Plans. 25 Prozent der Unternehmen haben keine Prozesse für die Wiederherstellung verlorener Daten definiert oder wickeln die Datenrettung nur fallweise ab. Direkt zur Studie

„Die Umfrage zeigt, dass ein bedeutender Teil der Unternehmen in Deutschland seine Sorgfaltspflichten sträflich vernachlässigt und sich einem großen Risiko aussetzt“, kommentiert Peter Böhret, Managing Director bei Kroll Ontrack. „Denn definierte Prozesse für die Datenrettung sorgen dafür, dass die IT-Mitarbeiter im Falle eines Datenverlustes richtig reagieren und den Schaden nicht noch vergrößern. Das ist bei virtuellen Systemen mit ihrer hohen Komplexität besonders wichtig.“

Für die Studie befragte Kroll Ontrack telefonisch 114 Unternehmen, die Virtualisierung einsetzen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Verlust wichtiger Daten in virtuellen Umgebungen ein weit verbreitetes Problem ist, mit dem die Mehrheit der Unternehmen früher oder später konfrontiert wird. Nach Erfahrung von Kroll Ontrack ist fast die Hälfte (46 Prozent) aller Datenverluste in virtuellen Umgebungen auf menschliche Bedienfehler zurückzuführen. Hardware-Probleme verursachen etwa 40 Prozent der Datenverluste, Probleme mit der Virtualisierungslösung selbst machen nur etwa 14 Prozent aus.

Für die Wiederherstellung verlorener Daten griffen die Befragten zu 78 Prozent beziehungsweise 52 Prozent zunächst auf bestehende Backups oder Snapshots zurück. Ein Viertel der befragten Unternehmen konnte jedoch nicht alle Daten selbst wiederherstellen und benötigte Unterstützung von einem professionellen Datenretter. Trotzdem ist Datenrettung noch nicht als zentraler Baustein in den Disaster-Recovery-Plänen vieler Unternehmen vorgesehen. Auch die Zuständigkeiten für Datenrettung sind nicht immer klar definiert: Immerhin haben 57 Prozent der Unternehmen einen internen Ansprechpartner definiert, der zuständig ist, wenn es zum Datenverlust auf virtuellen Systemen kommt. Aber nur 8 Prozent der Befragten sind bereits eine feste Partnerschaft mit einem Datenrettungsunternehmen eingegangen. Dies kann bedeuten, dass im Notfall wichtige Zeit verloren geht.

Die komplette Studie mit allen Fragen und Ergebnissen ist auf Anfrage bei Kroll Ontrack verfügbar.