19 September 2017

Studie zeigt: Urlaubsfotos sind die wertvollsten Daten der Deutschen

Böblingen, 20. September 2017 Je jünger IT-User sind, desto mehr Urlaubs- und Familienfotos haben sie auf ihren Smartphones oder PCs gespeichert. Allerdings hat die Nutzergruppe der 18 bis 34-Jährigen auch das höchste Risiko, Daten unwiederbringlich zu verlieren. Das ergab eine Umfrage das Datenrettungsspezialisten Kroll Ontrack unter 1.518 privaten IT-Nutzern. Aus Verbrauchersicht durchaus alarmierend, denn gerade die Jungen stufen Fotos als besonders wertvoll und erhaltenswert ein. Jeder Dritte macht dennoch nach wie vor kein Backup.

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Smartphones und PC dienen vor allem als digitales Fotoalbum Schaut man sich an, was die Deutschen auf ihren Smartphones und PCs speichern, liegen Fotos hoch im Kurs. Digitale Alben mit Urlaubs- und Familienfotos nehmen am meisten Speicherplatz ein: 56 Prozent der Befragten gaben an, viele oder sehr viele Urlaubsfotos auf ihren Geräten zu haben. 49 Prozent sammelt dort Familienfotos. Platz 2 und 3 geht an Musik- und Adressdateien, mit jeweils 39 Prozent. Rang vier geht mit 41 Prozent an schulische oder berufliche Dokumente.

Altersbedingte Unterschiede sind besonders bei Musikdateien und Spielen zu sehen, bei Adressdateien und schulischen oder beruflichen Dokumenten und eben Fotos. Während 53 Prozent der 18 bis 34-Jährigen viel oder sehr viel Musik auf ihren Geräten haben, liegen die Zahlen bei den älteren Semestern mit einem noch eher Tonträger-basierten Musikkonsum erwartungsgemäß darunter. Bei Adressdateien ist das Ergebnis gegenläufig. Während noch 40 bzw. 45 Prozent der 34 bis 55-Jährigen und über 55-Jährigen viele bis sehr viele Kontaktdaten auf ihren Devices haben, hat zwei Drittel (67 Prozent) der unter 34-Jährigen nur einige, wenige oder keine Kontaktdaten auf ihren Endgeräten gespeichert. Hier führt die zunehmende Vernetzung über Social Media und Chat-Apps zu einer Verhaltensänderung. Auch fotografiert wird heutzutage anders: Smartphones werden immer mehr als Ersatz für die klassische Kamera genutzt. So steigt die Menge an Bildern auf den Endgeräten mit abnehmendem Alter der Befragten. Während unter den 55+-Jährigen 55 Prozent der Befragten viele oder sehr viel Urlaubsbilder digital gespeichert haben, sind es bei den unter 34-Jährigen schon 66 Prozent.

Emotionaler Wert von Daten zunehmend höher als wirtschaftlicher Wert Gefragt, für die Rettung welcher Daten Anwender im Verlustfall zahlen würden, liegen die Urlaubs- und Familienfotos mit Abstand vorne. Die 18 bis 34-Jährigen schätzen diese Daten am meisten: 84 Prozent sind bereit, im Verlustfall für die Wiederbeschaffung zu zahlen. Bei den 34 bis 55-Jährigen stimmen dem 67 Prozent zu, bei den über 55-Jährigen sind es 61 Prozent. Vergleichbar ist die Haltung, wenn es um Familienfotos geht. Für die Rettung von Dateien, die in der Regel einmal kostenpflichtig erworben wurden, wie zum Beispiel Musik, möchten hingegen nur wenige löhnen: in der jüngsten Gruppe gerade mal 45 Prozent, unter den 34 bis 55-Jährigen 35 Prozent und bei den älteren Befragten 22 Prozent. „Obwohl gerade jüngere Anwender für Musik, Spiele oder eBooks einmal Geld gezahlt haben, ist die Bereitschaft hier für eine Datenrettung zu bezahlen minimal“, erläutert Peter Böhret, Managing Director bei Kroll Ontrack. „Für die Wiederbeschaffung von Daten mit ideellem Wert wird eher gezahlt als für die Rettung von Daten mit materiellem Wert. Musik kann ich mir nochmal frisch runterladen, Urlaubsfotos sind in der Regel für immer verloren. Diesen Trend sehen wir auch in unserem Tagesgeschäft. Neben der Wiederherstellung von beruflichen oder schulischen Dokumenten beziehen sich die meisten Anfragen auf die Rettung von Bildern. In einem aktuellen Fall geht es um die Rettung von 1,3 Terabyte an Daten aus einem NAS-System, einem lokalen Speichernetzwerk, auf dem hauptsächlich Bilder liegen.“

Laxerer Umgang mit Endgeräten führt bei Jüngeren zu Datenverlust 40 Prozent der Deutschen haben schon einmal Daten verloren, die sie auf ihrem Smartphone oder PC gespeichert hatten, und konnten diese ohne professionelle Hilfe auch nicht wiederherstellen. Dennoch führt noch immer ein Drittel der Befragten kein Back-up ihrer Daten durch. Unter den jüngeren Usern zwischen 18 und 34 Jahren erlitt bereits über die Hälfte (55 Prozent) einen nicht behebbaren Datenverlust. Bei den 35 bis 54-Jährigen waren es hingegen nur 38 Prozent, bei den über 55-Jährigen nur 29 Prozent.

Grund dafür scheint der laxere Umgang der Jungen mit ihren Endgeräten. So sagten 56 Prozent der unter 35-Jährigen, ihre Daten seien verloren gegangen, weil das Gerät kaputtgegangen sei. Dieses Problem haben die Älteren weniger. Defekte Geräte machten unter den 35 bis 55-Jährigen nur 45 Prozent Ärger, unter der 55+-Jährigen nur 33 Prozent. Hier liegt der Datenverlust meist an Bedienfehlern: 46 Prozent der 35 bis 53-Jährigen gaben an, die Daten versehentlich selbst gelöscht zu haben. Bei den über 55-Jährigen passierte das 41 Prozent.

„Die Schnelllebigkeit des Consumer-IT- und speziell des Smartphone-Marktes führt zu einem veränderten Nutzerverhalten gerade bei den jungen Usern. Besonders, wenn Endgeräte leicht austauschbar sind und dadurch tendenziell weniger pfleglich behandelt werden, sollten sich Anwender fragen, wie sie die darauf befindlichen Daten besser schützen und im Fall eines Datenverlustes retten können“, empfiehlt Peter Böhret. „Selbst Datenrettungsmaßnahmen zu ergreifen, macht den Schaden oft noch schlimmer. Viele Tipps zur Datenrettung, die Privatanwender im Netz finden, taugen nichts und sorgen dafür, dass am Ende gar nichts mehr zu machen ist. Hier sollte sich der User in jedem Fall an einen professionellen Datenretter wenden. Der kann zudem nicht nur Daten von Smartphones oder PCs retten, sondern hilft auch, wenn selbst Back-up-Systeme wie ein NAS fehlerhaft aufgesetzt wurden oder den Geist aufgeben.“